In Deutschland kann der Weinbau auf eine lange Tradition zurückblicken: Bereits vor zweitausend Jahren wurde mit dem Anbau von Weinreben in Deutschland begonnen. Durch eine Schädlingsausbreitung im Jahre 1850 kam der Weinbau für eine lange Zeit zum Erliegen. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde dann der Weinanbau wieder aufgebaut und konnte sich auch weitestgehend wieder erholen. Hierzulande gibt es bis heute 13 Weinanbaugebiete, bestehend aus:
Dem wohl kleinsten Weinanbaugebiet, nämlich an der Ahr.
Hier werden überwiegend rote Rebsorten angebaut. Dennoch, die Ahr zählt zu einem wahren Rotweinparadies in Deutschland, der Spätburgunder gedeiht hier sehr gut. Auch ist die gesamte Region rund um Ahrweiler und das Ahrtal weltbekannt für den Fremdenverkehr und wunderbare Weinberg-Regionen in der Nähe des Rheins. Das drittgrößte Weinanbaugebiet ist die Region Baden. Baden zählt zu dem wärmsten und sonnenreichsten Anbaugebiet in Deutschland. Auch hier hat der Spätburgunder einen hohen Anteil. Gefolgt von Franken, dies zählt zu einem traditionellen Anbaugebiet in Deutschland. Hier wird überwiegend Weißwein in zahlreichen Facetten und Buketts gekeltert.Im Odenwald findet man hierzulande die Hessische Bergstraße als ein ebenfalls kleines Weinanbaugebiet wie die Ahrregion – aber nicht minder exklusiv und traditionsreich. Die Weine, welche vom Odenwald stammen gehören gerne in das obere Preissegment. Hier hat der Riesling eine ausgezeichnete Qualität.
Seit dem Beginn der 1970er Jahre ist die Nahe ein sehr gutes Weinanbaugebiet. In diesem Gebiet sind viele Familienbetriebe ansässig. Auch in diesem Gebiet legt man sehr viel Wert auf den Riesling. Der Mittel-Rhein gehört ebenfalls zu den Weinanbaugebieten in Deutschland. Hier befassen sich die Winzer mit dem Riesling, Spätburgunder und Müller-Thurgau. Rund um die Mosel, Ruwer und Saar befindet sich ein sehr großes und bekanntes Weinanbaugebiet – auch weit über die europäischen Grenzen hinweg. In diesem Gebiet wird Weiß- und Rotwein angebaut. Der Riesling ist hier allerdings mit über 50% am stärksten vertreten.Als das zweitgrößte Weinanbaugebiet gilt die Pfalz – die Heimat des Alt-Bundekanzlers Helmut Kohl. In der Pfalz werden auch ausländische Rebsorten wie zum Beispiel Chardonnay, St. Laurent angebaut. Neben den ausländischen Rebsorten wird hier auch Dornfelder, Pfälzer Riesling und Müller-Thurgau angebaut.
Auch der Rheingau zählt zu einem sehr guten Weinanbaugebiet in Deutschland. Hier wird zu rund 80 Prozent Riesling angebaut, Hauptaugenmerk wird hierbei auf die Spätlese gelegt. Rheinhessen gilt als das größte Weinanbaugebiet in Deutschland. Hier wird überwiegend der Silvaner angebaut. Rheinhessen ist für seine fruchtigen milden Weine bekannt. Saale-Unstrut war zu den DDR-Zeiten ein Massenanbaugebiet, wo wenig auf die Qualität geachtet wurde - was sich allerdings heute sehr stark geändert hat: Die Weine aus diesem Gebiet verfügen über eine sehr gute Qualität.
Auch Sachsen ist ein Weinanbaugebiet - allerdings ist der Weinanbau aufgrund der Klimabedingungen erschwert. Am besten gedeihen in diesem Gebiet Riesling und Müller-Thurgau. Württemberg zählt zum zweitgrößten Rotweinanbaugebiet in Deutschland. Neben den Rotweinen wird auch hier der Riesling angebaut. Insgesamt lässt sich feststellen, dass in Deutschland zu 98% Qualitätsweine hergestellt werden – hervorstechend sind dabei Riesling und die Burgundersorten.
In Frankreich wird der Weinbau großgeschrieben, denn nicht ohne Grund zählt Frankreich zum drittgrößten Weinbaugebiet der ganzen Welt.
Eine Reise durch Frankreich führt unweigerlich an wundervollen Weinbaugebieten vorbei:
Wir beginnen unsere Weinanbaureise im Elsass (Alsace), diese Region gehörte auch eine zeitlang zu Deutschland und dies spiegelt sich auch in der Weinproduktion wieder. Im Elsaß hat der Weinanbau eine sehr große Bedeutung, hier werden aromatische, große sowie auch schwere Weißweine hergestellt. Hier werden auch der Riesling und der Gewürztraminer hergestellt. Die Weine aus dem Elsass lassen sich an den typischen schlanken und hohen Flaschen erkennen.
Nach dem Elsass kommt Bejaujolais
Weiter geht es nach Bejaujolais, hier befinden sich die Weinberge in der Ost- und Südlage. Die Rebsorte Gamay eignet sich hier besonders für das Klima. Im Süden entstehen sehr fruchtige Weine, die am besten jung getrunken werden. Die Gamay Sorte gedeiht besonders gut im Norden. Die Weine aus dieser Rebsorte haben eine breite Armomenpalette, sie verfügen über eine längere Lagerfähigkeit.
Auch die Stadt Bordeaux verrät Vieles
Nächstes Ziel ist Bordeaux, diese Stadt gibt ihren Namen einem Weinanbaugebiet. In Bordeaux ist der Anteil an Spitzenweinen am Höchsten gemessen an den anderen Französischen Weinanbauregionen. In und um Bordeuax werden jährlich rund sieben Millionen Hektoliter Wein hergestellt. Aus der Rebsorte Merlot werden hier besonders körperreiche Weine erzeugt. Jetzt sind wir in Bourgogne, hier werden berühmte Weine wie zum Beispiel der Pinot Noir oder der Chardonnay hergestellt. In diesem Gebiet herrscht ein kontinentales Klima.
Die Champagne: Ohne Worte
Wir befinden uns nun in Champagne, wie der Name schon verrät kommt von hier der bekannte Champagner. Diese Region gilt als einer der ersten die Schaumwein in großen Mengen produziert hat. Für die Champagner Herstellung werden Trauben verwendet die auf streng registrierten Parzellen reifen. Der Champagner ist weltweit bekannt und beliebt. Weiter geht es nach Charentes, hier werden die besten Cognacs sowie Vin de Pays des Charentes hergestellt. Hierzulande ist die Ugni Blanc-Rebe die Hauptrebsorte.
Corse - Caracajolo Noir und Sciaccarello
Wir sind in Korsika, erst seid kurzer Zeit genießt Korsika den Ruf sehr gute Weine herzustellen, diese Region gilt als Geheimtipp für Qualitätsweine. Für die roten Weine werden hier besonders die italienischen Rebsorten Caracajolo Noir, Niellucciu sowie Sciaccarello verwendet. Weiter geht es nach Jura-Savoie, hier entstehen hervorragende Weiß- sowie Rotweine. Die hier erzeugten Weine werden größtenteils direkt in Frankreich selbst getrunken. Auf Korsika bestechen die ungewöhnlichen Rebsorten. Fällt hier der Herbst lang und trocken aus, so entstehen hier liebliche und edelsüße Weine, die sehr begehrt sind.
Weltgrößte Weinanbau-Region
Es folgt Languedoc-Roussillon, jetzt befinden wir uns in der weltweit größten Weinanbauregion. Hier wird eine breite Palette an unterschiedlichen, aromatischen Weinen hergestellt.
Die Provence lockt mit Clairette Blanche
Nun befinden wir uns in der Provence, hier liegt der Schwerpunkt der Weinproduktion auf die Roséweine. Neben den Roséweinen werden hier auch Weiß- und Rotweine hergestellt. Für die Weißweine werden die Rebsorten Clairette Blanche sowie Marsanne blanche verwendet.
Sud-Ouest und der Rosé
Die weitere Reise führt uns nach Sud-Ouest (Südwesten), aufgrund der Bodenvielfalt dieser Region lassen sich Weine mit unterschiedlichen Charakteren herstellen. Hier gibt es eine große Brandweite an Weiß- und Rotweinen sowie an Rosé-Weinen. Wir befinden uns jetzt in Loire, der Loire ist der längste Fluss in Frankreich. Diese Region liegt an dritter Stelle in Bezug auf die Herstellung von Qualitätsweinen in Frankreich. Hier gibt es trockene Weine, süße Weine sowie Schaumweine und das zum Teil in drei verschiedenen Farben.
Die Rhône und der Châteauneuf-du-Pape
Unsere Reise durch die Weinregionen endet an der Rhône, von hier kommen Weine mit einem höheren Alkoholanteil. Die Weine sind hier fleischig und rund. Frankreichs körperreichster Wein der Châteauneuf-du-Pape wird hier unter anderem hergestellt. Rund 70 Prozent der Weinanbaufläche wird in Frankreich mit roten Rebsorten bepflanzt. Die Rebsorte Merlot befindet sich derzeit auf Platz eins der meistangebauten Rebsorten, auf Rang zwei ist die rote Rebsorte Grenache und auf Rang drei ist die weiße Rebsorte Ugni Blanc.
Insgesamt verfügt Italien über zwanzig Weinanbaugebiete, die dort hergestellten Weine sind sehr facettenreich. Italien ist bekannt für seine Weine und jede Weinanbauregion trägt zu der Gesamtproduktion einen Teil bei – betrachtet man den Weinanbau in Italien genauer, so kann man bei den zwölf bekanntesten Regionen Folgendes erkennen:
Abruzzen: Die Rebenfläche liegt bei ca. 33.000 ha, überwiegend werden hier Tafelweine hergestellt – zu den produzierten Rotweinsorten gehören zum Beispiel: Merlot, Pinot Nero, Montepulciano, Ciliegiolo, Barbera. Zu den produzierten Weißweinsorten gehören: Malvasia, Trebbiano, Passerina, Cococciola, Montonico Bianco
Apulien: Die Rebfläche liegt bei ca. 100.000 ha, zu 80 Prozent werden hier Rotweine hergestellt. Darunter sind rund 25 DOC Weine. Zu den wichtigsten Trauben gehören: Sangiovese, Negroamaro, Montepulciano, Bombino Nero. Für die Weißweine werden in Apulien folgende Trauben verwendet: Bombino Bianco, Trebbiano sowei Moscato di Trani. Rund ein Sechstel aller italienischen Weine kommen aus Apulien.
Emilia-Romagna: Die Rebfläche liegt bei rund 60.000 ha, hier werden Rot- und Roséweine hergestellt – darunter rund 19 DOC Weine und einen DOCG1 Wein (Albana di Romagna). Hier werden folgende rote Trauben werden zum Beispiel verwendet: Barbera, Lambrusco und Bonarda. Etwa 15 Prozent der Gesamtproduktion machen die 19 DOC und der eine DOCG1 Wein aus.
Friuli-Venezia-Giulia: Die Rebenfläche liegt hier bei circa 18.704 ha - diese Region hat sich mittlerweile zu einem Weißwein-Zentrum entwickelt. Die häufigsten Sorten sind: Tocai Friulano, Chardonnay, Sauvignon Blanc und Müller-Thurgau. Bei den roten Sorten dominiert der Merlot. Rund 45% der Produktion aus Friuli-Venzia-Giulia fällt auf die DOC-Weine und im Bereich der Rebenzüchtung liegt Friuli an der Spitze von Italien.
Latium: Die Rebfläche liegt bei ca. 100.000 ha - rund 85 Prozent der hergestellten Weine sind hier Weißweine. Folgende Weine werden hier zum Beispiel hergestellt: Cesanese, Cerveteri, Marino, Orvieto und der beliebte Est! Est!! Est!!! Frascati – rund ein Sechstel der Latium Weine hat DOC-Status.
Marche: Die Rebfläche liegt bei ca. 25.000 ha – hier ist die Produktion von Weiß- und Rotweinen ausgewogen. Folgende Trauben werden hier verwendet: Trebbiano, Pinot Bianco/Grigio, Verdicchio und Malvasia sowie Lacrima die Morro. Vernaccia Nera, wird zum roten Vernaccia di Serrapetrona-Schaumwein gekeltert.
Piemont: Die Rebfläche liegt bei ca. 60.000 ha – aus dem Piemont kommt eine Fülle an feinen Rotweinen. Neben der Toskana findet man hier eines der bekanntesten Weingebiete Italiens. Zwei große Weine Italiens werden hier hergestellt dies sind: Der Barolo und der Barbaresco. Daher fallen hier auch rund 70 Prozent der Herstellung auf Qualitätsweine. Piemont ist die größte Dachappellation Italiens hier gibt es über 50 DOC sowie DOCG1 Weine.
Sizilien: Die Rebenfläche liegt bei ca. 130.000 ha – hier werden schon seit der Antike Süßweine hergestellt. Bekannte weiße Rebsorten sind zum Beispiel: Catarratto, Inzolia, Chardonnay, Grillo. Bekannte rote Reben sind: Nero d'Avola, Nerello, Perricone und Frappato. Hier tragen lediglich rund drei Prozent der hergestellten Weine einen DOC Wein Status. Dennoch zählt Sizilien zu dem größten Weinhersteller Italiens.
Toskana: Die Rebfläche liegt hier bei 72.000 ha - in der Toskana wird der bekannte Chianti hergestellt. Neben dem Chianti werden zum Beispiel auch folgende Weine hergestellt: Vino Nobile di Montepulciano, Brunello di Montalcino und Tignanello. In der Toskana gibt es sieben Chianti-DOC-Gebiete.
Trentino: Die Rebfläche liegt bei ca. 12.000 ha – bestehend aus: Trentino im Süden ca. 7.100 ha und Südtirol im Norden mit rund 5.000 ha. In dieser Region wird überwiegend Rotwein hergestellt. Folgende Sorten werden hier verwendet: Merlot, Teroldego, Lambrusco, Vernatsch, Lagrein. Trentino zählt zu dem führenden Schaumweinhersteller Italiens: 70 Prozent der Rebfläche im Süden Trentino ist DOC-Anbaugebiet. 90 Prozent der Rebfläche Südtirols ist DOC-Anbaugebiet.
Umbrien: Die Fläche der Reben liegt bei ca. 16.500 ha - in Umbrien wird überwiegend Rotwein hergestellt. Zu den bekannte Rebsorten gehören: Sagrantino, Ciliegiolo Nero, Canaiolo Nero, Montepulciano und Sangiovese. Rund zwei Drittel der DOC-Weinproduktion macht dabei der Orvieto aus.
Veneto: Die Rebenfläche beträgt hier rund 75.000 ha, hier werden über einhundert verschiedene Weine hergestellt - bekannte rote Sorten sind zum Beispiel: Corvinone, Corvina Veronese, Rondinella und Molinara. In der Region Veneto gibt es rund 115.000 Weingüter, ein Viertel der hier hergestellten Weine haben DOC-Status. Veneto zählt zur drittgrößten Weinregion Italiens.
Egal ob Rot- oder Weißwein, der Wein ist ein beliebtes und weltweit getrunkenes alkoholisches Getränk. Das Herkunftsland eines Weines richtet sich immer nach den jeweiligen Rebsorten. Als Herkunftsland zählt das Land indem die Reben angebaut und geerntet werden. Manche Rebsorten können in verschiedenen Ländern angebaut werden, manche bevorzugen ein ganz spezielles Klima und eine ganz besondere Erde. Diese Gegebenheit hat auch Einfluss auf den späteren Preis des Weines.
Zu den bekannten Weinanbau Ländern gehören neben Deutschland, auch Frankreich, Spanien, Italien, Griechenland und Österreich. In den letzten Jahren kamen auch Weine aus Südafrika und Chile zunehmend in den Handel. Gerade wenn man Weine im Online Shop kaufen möchte, hat man eine größere Auswahl. Hier bekommt man Weine aus weniger üblichen und neuen Weinländern. Hierzu gehören beispielsweise Wein aus Argentinien, Weine aus Portugal, aber Weißweine und Rotweine aus China oder auch Moldawien. Weitere Weinanbau-Länder mit sehr guten und hochwertigen Sorten sind auch Weine aus Kroatien, Slowenien, Ungarische Rot- und Weißweine, sowie konventionelle Rebsorten gekeltert aus der Ukraine, Russland und natürlich Kalifornische Weine der USA.
Nach wie vor gehören aber die italienischen und französischen Rotweine und die deutschen Weißweine zu den absoluten Klassikern. Nur rund sechszehn Prozent der Weine im Handel stammen aus den neuen Wein-Herkunftsländern. Wobei es sich durchaus lohnen kann, neue Weine aus eher unbekannten Ländern auszuprobieren.
Gerade durch die Möglichkeit außergewöhnliche Weine im Internet zu bestellen, sollte man dies nutzen und durchaus auch Weine aus neuen Anbaugebieten oder aus neuen Rebsorten probieren. Weine zu empfehlen ist aus verschiedensten Gründen nicht möglich. Hier zählt nicht nur der Preis, sondern auch die persönliche Geschmacksrichtung. Ein teurer Wein muss nicht zwingend der Beste sein und umgekehrt.








